Aktionswoche 'Wissenschaft gegen Faschismus' || Action week 'Science against fascism'

[English below]

Liebe Alle, 

Die Bedrohung durch faschistische Entwicklungen in unserer Gesellschaft nimmt zu. 
Auch Hochschulen und Intellektuelle tragen eine  Verantwortung, eine fundierte und breit angelegte Debatte darüber anzustoßen und in der Gesellschaft zu führen. 

Inhaltsverzeichnis:

 

Einleitung und allgemeine Informationen

Vom 1. Juni bis zum 7. Juni findet bundesweit die Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus" statt. Ziel ist es, Universitäten und Hochschulen in dieser Zeit gezielt zu Orten der kritischen Auseinandersetzung mit Faschismus und dem aktuellen Rechtsruck zu machen. 
Weitere Informationen findet ihr auf der Website der Aktionswoche.

Auch hier an der Universität Osnabrück wollen wir sowohl außerhalb als auch außerhalb der Lehre zu einer möglichst breiten Teilnahme aufrufen! 

Konkret geht es darum, in dieser Woche Lehrveranstaltungen thematisch zu öffnen und Bezüge zu Faschismus und Rechtsruck herzustellen sowie Raum für Diskussionen zu schaffen. 

 

Was könnt ihr tun?

Sprecht Dozierende an und fordert im Rahmen der Uni-Veranstaltung in der Aktionswoche eine Auseinandersetzung mit Faschismus und Rechtsruck ein! 
Beschäftigt euch damit, wie diese Diskussion in eurem Studiengang aussehen kann.

Und kommt zu den Veranstaltungen :)

 

Rahmenprogramm

Darüber hinaus wird es ein Rahmenprogramm mit Inputs und Diskussionsformaten geben: 

[Stand 31. Mai]

[s. Uni-Lageplan]

 

Bei Fragen oder weiteren Veranstaltungsideen meldet euch gerne bei astaanti@uos.de

 

Austauschcafé zur aktuellen Weltlage

1. Juni | 14.00 Uhr | 53 (Studz), Erdgeschoss

German and English

Mehr Infos findet ihr auf der Website des Austauschcafés :)

Find more information on the website of the exchange café :)

 

Input: Den Rechten die Räume nehmen

1. Juni | 18.00 Uhr | Haus der Jugend

German only

Faschismus und Wissenschaft scheinen auf den ersten Blick klare Gegner zu sein. Und natürlich sind faschistische Ideologie und wissenschaftliche Analyse nicht vereinbar, weshalb 'die' Wissenschaft und auch jede Disziplin immer Haltung zeigen muss.

Faschismus als politische Bewegung und Wissenschaftsbetrieb haben sich historisch aber gut vertragen und trotz des ständigen Bezugs auf 'die glorreiche Nation' und die Vergangenheit war der Faschismus, insbesondere der deutsche, begeistert von Technik. Ein Blick in die USA und die Verschränkung von Musk & co. mit der US-Rechten zeigen ähnliche Dynamiken.

Wie ist das Verhältnis von Wissenschaft und Faschismus heute? Dazu soll es auf unserem offenen Treffen einen kurzen Input geben.

Antifaschistischer Widerstand ist nu mit vielen Menschen möglich, also komm zur antifaschistischen Mitmach-Kampagne in Osnabrück!

 

Vortrag: Nationalsozialismus am Beispiel der Stadt Osnabrück und Elemente aktueller Erinnerungskultur

2. Juni | 14.00 Uhr | 11/213

German only

Die Stadt Osnabrück, ehemals verortet in der preußischen Provinz Hannover, bietet sich als eine Art “Durchschnittsstadt” modellhaft an, um viele Aspekte des NS-Terrors am lokalen Beispiel zu verdeutlichen. Insbesondere in jüngster Zeit  sind dazu beachtlich viele Forschungen konkretisiert, publiziert und thematisch erweitert worden. 

Allein der Osnabrücker ILEX-Kreis, dem der Referent angehört, hat bislang viele Dutzende von Einzelbiografien erarbeitet und veröffentlicht, die einerseits für Widerstand, jüngst verstärkt auch für die Täterseite stehen. Ein sehr hohes Engagement zugunsten einer nachhaltigen Erinnerungskultur zeichnet daneben zahlreiche bürgerschaftliche Initiativen, engagierte Einzelpersonen bis hin zu kommunalen Aktivitäten sowie solche von der Uni Osnabrück aus.

Der Vortrag soll zunächst Basiswissen über historisches Geschehen im Osnabrück der Weimarer Zeit, der NS-Jahre bis hin zur frühen Bundesrepublik beleuchten. Im zweiten Teil sollen Orte und Aktivitäten beleuchtet werden, die für eine aktive Erinnerungskultur stehen. Dokumente, Abbildungen und Kurz-Videos sollen die Inhalte des Vortrags zusätzlich präsentieren. Gern kann das Angebot dazu genutzt werden, auch Defizite aufzudecken, um neue Arbeits- und Forschungsfelder anzuregen.

 

Vortrag: Ein sozialpsychologischer Blick auf Rassismus

2. Juni | 18.00 Uhr | 15/E16

German only

Einstellungen, Sturkturen - und warum solidarisches Handeln mehr ist als gute Absichten

Was ist Rassismus und warum reicht es nicht, ihn als individuelles Vorurteil zu begreifen? Der Vortrag beleuchtet aus sozialpsychologischer Perspektive, wie Rassismus sowohl in Einstellungen als auch in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Neben offenen und subtilen Formen werden auch 'positive' Stereotype als Teil des Problems diskutiert. 

Darauf aufbauend geht es um die Frage, was solidarisches Handeln ausmacht: Welche Formen von Allyship tragen tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit bei und wo bleiben gut gemeinte Handlungen oberflächlich oder stabilisieren bestehende Verhältnisse? Der Vortrag greift dabei auch kritische Stimmen auf, die vor 'weißem Rettertum' und rein symbolischen Maßnahmen warnen.

Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis von Rassismus zu vermitteln und zur kritischen Reflexion der eigenen Rolle anzuregen - als Beitrag zu einer Wissenschaft, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in Zeiten zunehmender faschistischer Tendenzen stellt.

 

Vortrag & Diskussion: Was heißt hier eigentlich neutral? - Zum Umgang mit Angriffen auf Hochschulen

2. Juni | 18.00 Uhr | Online

German only

Im Rahmen der Aktionswoche lädt das CeMig (Zentrum für globale Migrationsstudien, Georg-August-Universität Göttingen) zu einer hybriden Veranstaltung mit Prof. Dr. Ulrike Lembke (Berlin) ein. Unter dem Titel „Hochschulen zwischen Neutralität und Verantwortung“ diskutieren die Teilnehmenden über die zunehmenden Herausforderungen für Hochschulen und Wissenschaft. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Rechten und Pflichten von Hochschulen als öffentlich-rechtlichen und grundgesetzlich geschützten Orten der Wissensvermittlung und Wissensgewinnung, nach Bedeutung und Grenzen von „Neutralität“ sowie nach den Möglichkeiten, auf Grundlage der aktuellen Rechtslage demokratiefeindlichen und rechtsextremen Entwicklungen engagiert entgegenzutreten.

Mehr dazu unter https://www.uni-goettingen.de/de/707926.html. Wir freuen uns über rege Teilnahme.

Das Cemig der Uni Göttingen ist Teil von FuturMig (Wissenschaftsraum 'Zukünfte der Migration', Uni Osnabrück). Der Wissenschaftsraum wird maßgeblich vom IMIS (Institut für Migration und interkulturelle Studien) der Uni Osnabrück koordiniert. 

FuturMig beteiligt sich ebenfalls an der Aktionswoche 'Wissenschaft gegen Faschismus'. Mehr Infos findet ihr auf deren Website-Artikel zur Aktionswoche.

 

 

Vortrag: Ungleichheit überwinden, Reichtum zurückverteilen

3. Juni | 18.30 Uhr | Haus der Jugend

German only

Organisiert vom Bündnis 'Osnabrück - bunt und solidarisch'

s. Instagram-Post

 

Vortrag: Faschismus und KI

3. Juni | 19.00 Uhr | 22/B01 

German only

Bei der Vereidigung Donald Trumps im Jahr 2025 wurde die Allianz zwischen Silicon Valley und der autoritären Rechten plötzlich sehr deutlich sichtbar. Elon Musks anschließende Übernahme des US-Verwaltungsapparates durch sein 'Department of Government Efficiency' (DOGE) steht symptomatisch dafür, wie Big Tech mit faschistischen Ideologien verbunden ist und wie auch KI zunehmend in diesem Kontext betrachtet werden muss.

Angesichts wachsenden politischen Drucks auf Wissenschaft und Forschung auch in Deutschland stellt sich die Frage, wie die Forschung mit diesen Entwicklungen umgeht. Wie kann eine demokratische Kontrolle über KI aussehen, und wie muss man KI-getriebene Effizienzversprechen in diesem politischen Feld einordnen?

 

Seminar: Erziehung nach Auschwitz 

German only

4. Juni | 16.00 Uhr | 69/127

Das Seminar 'Adorno and Critical Theory' von Christian Lavagno wird am Donnerstag, 04.06., geöffnet. Es wird eine Diskussion über Adornos berühmten (und in erschreckender Weise aktuellen) Vortrag 'Erziehung nach Auschwitz' geben.

Alle Menschen die Interesse haben sind herzlich willkommen!

 

Film: Ghost in the Machine

4. Juni | 19.00 Uhr | 15/E10

English (maybe with German subtitles)

Im Rahmen der Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus" laden wir Sie herzlich zur Vorführung des Dokumentarfilms Ghost in the Machine von Valerie Veatch ein. Der Film beleuchtet, wie rechtes Gedankengut, von sozialer Selektion bis Eugenik, tief mit der Entwicklungsgeschichte von KI-Technologie verwoben ist.

Mehr Infos und Trailer zum Film: https://notaidoc.com/trailer

Der Film im Kontext der Aktionswoche: KI-Systeme werden oft als neutrale, rein technische Werkzeuge besprochen. Doch in diese Technologien sind tief verwurzelte normative Verständnisse darüber eingeschrieben, was als „intelligent“, „normal“ oder „wertvoll“ gilt. „Ghost in the Machine“ setzt sich kritisch mit der Genese moderner Künstlicher Intelligenz auseinander und zeichnet die Einflüsse der Eugenikbewegung und des frühen 20. Jahrhunderts zur heutigen KI-Entwicklung nach.

Faschismus manifestiert sich nicht nur in expliziten politischen Programmen, sondern auch in der pseudowissenschaftlichen Kategorisierung und der daraus resultierenden Exklusion von Menschen. Algorithmische Systeme können diese Selektionslogiken automatisieren und skalieren, und dadurch die zugrundeliegenden Ideologien technologisch zementieren. Der Widerstand gegen faschistische Strukturen muss daher auch ein Kampf gegen die Reproduktion dieser Ideologien durch technische Systeme sein.

Wir laden alle Studierenden, Lehrenden und Interessierten herzlich zur Vorführung des Films ein!

Mit besten Grüßen
AG Ethik und kritische Theorien der KI

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Dear students, lecturers, and everyone interested,

as part of the “Science Against Fascism” action week, we invite you to the screening of the documentary *Ghost in the Machine* by Valerie Veatch. The film explores how right-wing ideologies—ranging from social selection to eugenics—are deeply intertwined with the history of AI technology.

More information and trailer: https://notaidoc.com/trailer   

The film in the context of the event week

AI systems are often discussed as neutral, purely technical tools. Yet these technologies encode deeply rooted normative assumptions about what counts as “intelligent,” “normal,” or “valuable.” Ghost in the Machine critically examines the origins of modern artificial intelligence and traces the influence of the eugenics movement and the early twentieth century on contemporary AI development.

Fascism manifests not only in explicit political programs but also in the pseudoscientific categorization and resulting exclusion of people. Algorithmic systems can automate and scale these logics of selection, thereby technologically cementing the underlying ideologies. Resistance against fascist structures must therefore also involve resisting the reproduction of these ideologies through technical systems.

Best regards,
Ethics and Critical Theories of AI Work Group

 

 

Antifaschistischer Filmabend

4. Juni | 19.30 Uhr | 15/E07

German with English subtitles

s. Instagram-Post

 

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[English version]

Dear all,

The threat of fascist developments in our society is increasing. 
Universities and intellectuals, among other actors, bear a responsibility to initiate and lead well-founded and broad debates on this issue within society.

Table of Contents:

 

Introduction and General Information

From June 1st to June 7th, the nationwide action week "Science Against Fascism" will take place. The goal is to make universities spaces for critical engagement with fascism and the current societal shift to the right.
Further information can be found on the action week's website (only in German, unfortunately).

Here at Osnabrück University, we want to call for the broadest possible participation, both within and outside of teaching!

Specifically, the aim is to thematically open up courses during this week, establish links to fascism and the societal shift to the right, and create space for discussions.

 

What can you do?

Approach lecturers and demand an engagement with fascism and the societal shift to the right within the framework of university events during the action week!
Think about how this engagement can be implemented within your specific degree program.

And come to the events :)

 

Program

In addition, there will be a program featuring inputs and discussion formats (note that here, you can only find the events that are available in English. For all events, s. Rahmenprogramm above):

[As of May 21]

[see University Campus Map]

 

If you have any questions or further ideas for events, feel free to contact astaanti@uos.de